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Mentoring einmal umgekehrt

Noch gehört die derzeitige Managergeneration zu den Digitalen Immigranten. Unter diesem Begriff versammeln sich all die Anwender und Nutzer des digitalen Zeitalters, die nicht mit den modernen Medien aufgewachsen sind, sondern sich den Umgang mit den Techniken im Zuge des Arbeitsalltags erarbeiten mussten. 

Gemessen an den Herausforderungen der Gegenwart und der Tatsache, dass viele Firmen heute den Zugang zu sozialen Netzwerken auch geschäftlich zu nutzen wissen, war das ein bedeutender Lernprozess, der auch weiterhin andauert, denn die digitale Technik entwickelt sich rasant und verspricht noch immer Ressourcen, die erschlossen werden wollen.
Eine gute Lösung, sich diese Werkzeuge nutzbar zu machen, ist der Zugriff auf heutige Berufseinsteiger, die schon mit Internet und Co aufgewachsen sind und keine Hemmschwelle im Umgang damit kennen.

Die Projekte, die manche Großkonzerne in den letzten Jahren gestartet haben, erleichtern auch Älteren den Einstieg und Umgang mit den neuen Medien. Das Zeitalter Web 2.0 erleichtert die Arbeit in der Führungsetage, wenn der Umgang mit der Technik vertraut ist. Es ist also produktiv, junge Berufseinsteiger und alte Hasen zusammenzubringen, damit in diesem Fall die digitale Erfahrung des Neulings die Fähigkeiten des erfahrenen Managers ergänzt. 
In erster Linie geht es darum, bei vielen die Abwehrhaltung vor den digitalen Medien abzubauen und Ängste im Umgang mit dem Computer zu überwinden. Dass man sich dabei auch einer völlig neuen Sprache bedient, ist spannend. Alle technischen Begrifflichkeiten sind so neu, dass sie einer Fremdsprache gleichen, die es zu erlernen gilt und hierarchische Funktionen gestandener Manager werden dabei häufig außer Kraft gesetzt. 
Man nennt diese umgekehrte Lernpyramide auch „Reverse Mentoring“. Bekannt ist es, den Jungen einen älteren Mentor zur Seite zu stellen, um den Nachwuchs zu fördern und anzuleiten. Hier aber wird die umgekehrte Variante gewählt und zu Beginn staunen viele Führungskräfte über den spielerischen und unverkrampften Umgang mit den neuen Medien.
Der Vorteil eines solchen Mentorings liegt auf beiden Seiten. Schon zu Beginn der Berufsausbildung erhalten junge Menschen die Möglichkeit, sich mit der Arbeitsweise der Führungsebene vertraut zu machen, der sie sonst nur mit Abstand und einer verständlichen Distanz entgegentreten. Die Hierarchie wird zweitrangig, denn der Ältere will sich das Wissen des Jüngeren zunutze machen. Junge Arbeitnehmer verfügen zwar über wenig Erfahrung im täglichen Geschäft, doch am Ende ziehen daraus beide Parteien ihre Vorteile. Dass darüber hinaus auch Vorurteile abgebaut werden, liegt auf der Hand. 
Zusätzlich richten manche Firmen im Zuge dieser Projekte eigene Foren für Mitarbeiter ein oder sogenannte „Wikis“, in denen das Wissen um die Firma und ihre Arbeitsweise auch digital abgerufen werden kann. 

Dabei ist die Idee des umgekehrten Mentorings nicht völlig neu. Erste Schritte wagte man schon in den 1990er Jahren bei General Electric in den USA. Auch hier war die Distanz zum Internet und der vorteilhaften Nutzung durch junge Arbeitnehmer der Auslöser. So verändern die neuen Medien die Lernarchitektur bedeutender Konzerne und beschleunigen die Weitergabe des nötigen Know-Hows in einer Zeit, da auch das Wissen immer kurzlebiger wird, weil neue Inhalte stetig nachfolgen.

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